Die Forschungsschwerpunkte unseres Lehrstuhls liegen in Entwicklung und Anwendung geodätischer Methoden zur Bewältigung aktueller und zukünftiger hochpräziser Messaufgaben im Bauwesen und in der industriellen Produktion. Dabei wird betont der Bezug zur Geometrie gesucht, um selbst in komplexesten Problemstellungen Anschaulichkeit zu erreichen. Dies gilt für alle drei zentralen Prozesse der Ingenieurgeodäsie: die Aufnahme (z. B. Grundlagenvermessung mithilfe von Navigationssatellliten, as-built surveying mit terrestrischem Laserscanning), die Absteckung (z. B. Baumaschinenführung mit intelligenten Tachymetern) und die Überwachung (z. B. Automatisiertes Deformationsmonitoring von Bauwerken, Produktionsanlagen und Massenbewegungen als Beitrag zur Risikominimierung).

Beim Einsatz geodätischer Messmittel muss sich der Ingenieur darauf verlassen können, dass diese den von ihm gewünschten bzw. gesetzlich vorgeschriebenen Genauigkeitsanforderungen genügen. Daher ist die Aufgabe des Geodätischen Prüflabors die Konformität geodätischer Messmittel mit geltenden Normen zu prüfen und zu zertifizieren; aber auch die Eignung eines Instrumentariums für Spezialaufgaben höherer Anforderungen zu untersuchen. Angepasst an Messtechnologie und Aufgabenstellungen entwickelt das Geodätische Prüflabor daher kontinuierlich geeignete adaptive Messverfahren für anspruchsvolle Ingenieursleistungen.

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Im industriellen Umfeld sind die Toleranzen oft gering und die Genauigkeitsanforderungen hoch. Zusätzlich sind die Anforderungen häufig sehr spezifisch und sind nicht "von der Stange" zu lösen. Neue Messsensoren werden daher speziell auf ihre Eignung im industriellen Umfeld geprüft, bestehende Systeme fortentwickelt und innovative Messkonzepte erarbeitet. Die Forschungsprojekte in diesem Bereich finden meist in enger Kooperation mit Partnern aus der Industrie statt.

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Terrestrisches 3D-Laserscanning (TLS) ist eine innovative Methode zur dreidimensionalen Erfassung komplexer und ausgedehnter Objektgeometrien und insbesondere im Bereich des modernen Bauwesens zur As-Built-Dokumentation eingesetzt wird. Am Lehrstuhl für Geodäsie wird bereits seit 2000 intensiv an an dieser Technologe geforscht und an Referenzprojekten erprobt. Aber erst in Kombination mit einer effizienten Modellierung entstehen aus den so genannten Punktwolken aussagekräftige Daten, die für gängige CAD-Umgebungen bereit gestellt werden. Dieser Herausforderung widmen wir uns und erarbeiten Methoden zur automatisierten Objektextraktion.

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Die Überwachung von Objekten auf Deformationen (allgemein die Bestimmung signifikanter Punktbewegungen) ist eine der wichtigsten Aufgaben der Ingenieurgeodäsie. Von Interesse ist sie vor allem dort, wo eine nicht oder zu spät erkannte Deformation zu Schäden für Menschen und Sachgüter führen kann, also z.B. bei der Stabilität von Bauwerken oder bei Hangrutschungen. Auch ohne eine unmittelbare Gefährdung geben Langzeit-Messreihen Aufschluss über objektrelevante Prozesse und helfen bei der Interpretation von Daten oder dem Design von Monitoringsystemen. Unterschiedliche geodätische und artverwandte Sensoren können genutzt werden, um Punktbewegungen in verschiedenen Genauigkeitsniveaus zu bestimmen.

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Kinematische Messverfahren lassen sich grob in zwei Bereiche aufteilen: Verfahren, bei denen das zu messende Objekt bewegt wird, das Messinstrument selbst jedoch stationär bleibt, und Verfahren, bei denen das Messinstrument Teil des bewegten Objekts ist. Typische Anwendung des ersten Bereichs ist die Steuerung von Fertigungsmaschinen, z.B. im Straßenbau; zum zweiten Bereich gehören vor allem autonome Navigationssysteme mittels GPS/INS, z.B. im Precision Farming und der See- und Luftfahrtnavigation.

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