Monitoring

Historische Kirchenbauten gehören - insbesondere in Bayern - zum kulturellen, gesellschaftlichen Erbe. Obwohl "errichtet für die Ewigkeit", nagt der Zahn der Zeit auch an diesen Bauwerken, die sich durch baustrukturelle Mängel, zunehmende Umwelteinflüsse und nachlassende Gründungsfestigkeit ebenso bedroht sehen wie durch menschliche Eingriffe (Bebauungsänderung in der Nachbarschaft, Untertunnelung). Zur Vermeidung von Schäden im Vorfeld und zur maßnahmenbegleitenden Überwachung bei bereits eingetretenen Schadensfällen hat der Lehrstuhl für Geodäsie zusammen mit dem Büro Bergmann in Pfaffenhofen ein automatisiertes Tachymetersystem speziell für das Kirchenmonitoring entwickelt.

Jedes Überwachungssystems besteht aus einem oder mehreren Präzisionstachymeter der Leica TCA2003-Reihe, meteorologischen Sensoren und einem Steuerrechner mit der selbst entwickelten Software MoSTUM2 (Monitoring System der TU München).Gemessen wird auf Standardprismen, die an aus statischen Gründen ausgesuchten Punkten befestigt sind; es sind jedoch auch beliebige andere Zielmarkierungen integrierbar. Die Messdaten werden in frei wählbaren Zeitintervallen erfasst und automatisch per E-Mail an den Lehrstuhl übermittelt.Die Integration von zusätzlichen Sensoren, wie z.B. Neigungsmessern, ist problemlos möglich.

Das System MoSTUM2 kann an beliebige Aufgabenstellungen zur Innenraumüberwachung angepasst werden; so wurde z.B. auch die Stahlträgerkonstruktion der Glaskuppel des Münchner Justizpalasts damit überwacht.